2 GB waren mal richtig viel
Vor 56 Jahren waren auch PKW die 150 km/h fahren können richtig schnell. Würden Sie so eine Karre gern noch heute für Ihre täglich Arbeit (oder Fahrt zur Arbeit) benutzen. Also keinen liebevoll restaurierten Oldtimer, sondern einen Gebrauchsgegenstand, der niemals sorgfältig behandelt wurde und in einem dementsprechenden Zustand ist.

Käfer 1200 Export
Baujahr: 1954 - 1965
Hubraum: 1192 cm3
Leistung: 30 u. 34 PS
Vmax: 112 km/h
Bild: © Volkswagen
(und das Bild wurde gemacht, als das Auto neu war)
Ich stell mir da so ein rollendes Wrack vor, in dem die Scheiben klemmen, die Hälfte der Hebel schon abgebrochen ist, der Motor qualmt und ölt und ... wobei - das geht ja garnicht, so ein Schrotthaufen würde in Deutschland keinen TÜV mehr bekommen.
Ebenfalls keinen TÜV mehr bekommen würde (wenn es einen Software-TÜV gäbe) ein anderer veralteter Schrotthaufen: MS-Outlook 2003. Bei Hundejahren rechnet man mal sieben - bei Software kann man die Alterung mal acht nehmen und ist noch vorsichtig.
2003 wurde das Produkt veröffentlicht: damals waren DSL-Zugänge gerade dabei ISDN abzulösen, MS beherrschte den Browsermarkt und damit auch der "windows-1252"-Zeichensatz, Homepages wurden neuerdings auf 1024x768 Pixel statt 800x600 optimiert.
Anlagen in Emails mit mehr als 1 MB galten als groß, bei den meisten Freemail-Diensten war nach 4MB Schluß. Datensicherungen machte man auf den billiger werdenden CDs (max. 600 MB) und die DVD kam langsam im Massenmarkt an.
Üblicherweise waren in Firmen damals Arbeitsplätze mit Windows 2000 ausgestattet, 40 GB Festplatten waren "die schnellen großen". Tja, und die 2 GB-Grenze von Outlook war kein Problem, denn "so viel" Maildaten bekam kaum jemand zusammen.
Ich glaube das war das Jahr in dem unser damaliger Mailserver (noch ohne jeglichen Spamschutz oder Validitätsprüfung) das erste mal ein halbes Terrabyte Transfervolumen überschritt: im Jahr! Heute haben wir das in 6 Wochen, und das obwohl wir ~97% der Mails NICHT annehmen.
Inzwischen haben die Firmen i.d.R. auch Internetanbindungen über 5 Mbit, das "handelsübliche" Anlagenlimit ist ~15 MB und vor allem: der normalerweise verwendete Zeichensatz ist UTF-8 (=doppelter Speicherbedarf).
Auf der anderen Seite hat Outlook ja auch seine Daseinsberechtigung: Kontakte, Termine, Aufgaben, Mails unter "einem Dach", und etliche Drittapplikationen nutzen die APIs um Mails zu erstellen, Eingänge zu verarbeiten etc.
Wer so etwas nutzt wird nicht auf eine andere, modernere Form der Mailbearbeitung und Archivierung umsteigen.
In den letzten 2 Wochen kamen 4 Kunden (mit insgesamt 7 Installationen), denen ihr Outlook "um die Ohren" geflogen ist, weil die PST-Datei 2GB erreicht hat. Das Ergebnis: reparieren, archiviren, komprimieren ... in der Folge knapp ein Arbeitstag Verlust und meine Rechnung oben drauf.
Outlook bietet die Archiv-Funktion nicht ohne Grund, nutzen Sie diese! Und komprimieren Sie nach dem Archiviren Ihre PST-Dateien.
Für Entscheidungsträger in Unternehmen: sorgen Sie dafür, das es einen Verantwortlichen gibt, der das macht, oder sicherstellt das es passiert. Der Worst Case ist eine irreparable Datei und der Totalverlust sämtlicher Daten der PST-Datei (auch Adressen, Notizen, Aufgaben, Termine). Die Kosten dafür kann ich nicht schätzen.
Hat Ihnen diese Info gefallen?
Falls Ja, dann seien Sie doch so Nett und verraten das Google, indem Sie den +1-Link klicken:
CRNET-Fanpage bei Facebook
