Serverkeller gibt’s hier nicht

VonChristian Rehkopf

Serverkeller gibt’s hier nicht

Ich war eben direkt erschüttert, als ein Kunde mir mitteilte, das in seinem Betrieb die Annahme besteht, das CRNET auf Servern Webhosting betreibt, die hier (oder woanders) in einem Keller stehen.

Nein, diese 90er Jahre Serverkeller gibt es seit 2002 bei CRNET nicht (mehr).

In der Tat war das sogar mal so, denn Rechenzentren waren mal viel teurer, als das heute der Fall ist. Die Firma, die ich vor CRNET geführt habe (1999 – 2002), hatte in der tat noch einen Serverkeller, aber mit der Umstrukturierung 2002 sind deren Systeme zusammen mit meinen aus den damaligen Geschäftsräumen in Berlin Schöneberg  in das LEVEL3-Rechenzentrum in Berlin umgezogen. Der Serverkeller davor hatte eine 2 MBit Anbindung mit 1 Mbit SDSL Backup, ein Klimagerät und eine Batterie-USV für ein paar Minuten. Die Bandbreitenauslastung lag zuletzt bei 30%, damals waren Internetzugänge noch per Einwahl über Modem und ISDN üblich. Das folgende Quartier hatte eine 10-MBit Anbindung direkt an verschiedenen Backbones, echte Notstromversorgung, sowie Brand- und Überschwemmungsschutz. Wir hatten einen kompletten 19 Zoll Schrank gemietet

Wenn ich jetzt schon mal dabei bin, kann ich ja einen Abriß geben.

2005 ging es dann in das Rechenzentrum in der Berliner Alboinstraße, zusammen mit einem Hardwareupdate. Die gesamte Hardware wurde erneuert und aus dem kompletten Schrank (40 HE) wurden 6 HE bei 2 Servern mit 100 MBit Anbindung. Da diese Systeme komplett fern-administrierbar waren, ist das Büro anschließend nach Beelitz gezogen. Auf diesen Systemen hat CRNET dann auch mit der Virtualisierung angefangen.  2008 wurde dann vollvirtualisiert und 2009 der Unterbau dann auch angeglichen. Dann gab es Server, Massenspeicher und Firewall jeweils getrennt: getrennt als Maschine und getrennt von den Services.

Und danach (Ende 2009) einen weiteren Wechsel des Rechenzentrums, diesmal in das Rechenzentrum Mitte. Das Virtualisierungssystem wurde kontinuierlich erweitert, aber es stieß dann doch an seine Grenzen. Die Lösung dafür haben wir im Cloud-Computing gefunden. In diesem Zusammenhang haben wir alle „üblichen“ Websites, die auf Apache/MySQL/PHP basieren in  eine Webcloud gezogen und den „Rest“ der virtualisierten Systeme in einen WebCloud-Account, beide sind voll skalierbar, hochverfügbar und haben 50 GBit Anbindung. Und: die Cloud ist dermassen Redundat, das es bisher fast keine Ausfälle gegeben hat, die jemand bemerkt hat. Es liegt in der Natur der Technik, das die mal ausfällt und/oder gewartet werden muss, aber das ist kein Grund, das eine Website oder ein Service deshalb nicht erreichbar sein muss.

Nein, das macht der Herr Rehkopf nicht alleine.

Geht auch nicht. Kunden, die schon länger bei mir sind, wissen, das im Urlaubsfall mein Telefon umgeroutet wird zu meinem Kompagnon, und umgekehrt. Abgesehen davon sind viele Dinge sehr speziell und ohne Spezialisierung geht es nicht. Meine Schwerpunkte waren (neben der Homepageerstellung) immer Netzwerke, Virtualisierungssysteme, DNS, Firewalls und TCP/IP. Aber echtes Programmieren (damit meine ich nicht Typoscript oder HTML) mach ich nicht, das können andere wesentlich besser.

So, wenn ich also morgen nicht mehr in der Lage sein sollte, meine Arbeit zu machen, oder wenn mein Keller überflutet, oder wenn ich im Sommer umziehe, dann hat das nichts mit der Verfügbarkeit von den von CRNET angebotenen IT-Diensten zu tun.

Über den Autor

Christian Rehkopf administrator