Typo3 Update-orgie

VonChristian Rehkopf

Typo3 Update-orgie

Bereits letzten Freitag wurde im TYPO3 Security-Bulletin angekündigt, das heute ab 8:00 Uhr richtig viel Arbeit wartet. Gut daran war, das man sich terminlich darauf einstellen konnte; weniger gut ist, das das überhaupt notwendig ist.

Als ich 2013 anfing von TYPO3 auf WordPress umzusteigen, ist mir eine unglaublich wichtige Eigenschaft bei den Unterschieden der Systeme nicht aufgefallen – ging auch nicht – und zwar die Methodik der Aktualisierung. Also egal, ob Service oder Sicherheits-Aktualisierung – Updates sollten zeitnah installiert werden. Und so habe ich unmittelbar nach Erscheinen des Patches heute den ganzen Tag (also 13 Stunden) TYPO3-Installationen aktualisiert.

Leider sind es nicht so viele, daß ich so viel zu tun hatte – das Problem ist, das gerade ältere Installationen zusätzliche Sicherheitsstufen auf Betriebssystemebene auf unseren Servern haben. Sperren erst zu entfernen und anschließend wieder zu errichten ist von daher zeitaufwändig, weil Änderungen dieser Zugriffsrechte über den gesamten Installationsbaum eben dauern: 30 bis 60 Sekunden Wartezeit, man weiss nie wie lange es dauert. Es ist zu kurz, um etwas anderes zu machen – sollte man auch nicht, da die Website ab einer bestimmten Stelle in dem Prozess eventuell nicht zu erreichen war.
So war jede einzelne Installation manuell auf der SSH-Console zu patchen.

Bei WordPress muss man nur manuell Updates einspielen, wenn diese Aktionen auf der Datenbank ausführen, kleine Sicherheitsupdates gehen ohne Administrator Eingriff vollautomatisch.

Die Update-Prozedur größerer Updates ist so einfach, das die meisten Homepage-Inhaber diese selber machen, und dann sind sie 3 Klicks im Backend und dauern ein paar Minuten.

Und das halte ich für das absolute Killerargument im Vergleich von WordPress zu TYPO3 – Schon allein daher ist WordPress erheblich sicherer – es wird dadurch auch immer die jeweils aktuelle Version verwendet, und das ganze Versions-Chaos wie bei TYPO3 entfällt.

Und dabei hab ich mich dann noch nicht einmal zu den abenteuerlichen Zuständen in der TYPO3-Community geäußert – deren Folge sind etliche Forks, Versionszweige, Verwirrung, schlecht oder nicht funktionierende Erweiterungen und dererlei mehr. Als jemand, der Websites einrichten, anpassen und hosten möchte, und dabei noch einen sinnvollen Service anbieten möchte, kann ich inzwischen von TYPO3 nur noch abraten: es macht keinen Spaß mehr, es ist zu viel Admin-gefrickel und man hat das Gefühl, jedesmal das Rad neu erfinden zu müssen.

2014 gab es mal eine ähnliche Situation, nach der ich dann meine AGB angepasst hatte, in der Hoffnung, das ich das nie brauchen werde. Aber diese konzentrierte Akkord-Nummer heute für die paar verbleibenden Installationen war einfach zu anstrengend, um sie für Lau zu machen.

Über den Autor

Christian Rehkopf administrator